Löhne müssen sinken, um konkurrenzfähig zu bleiben? Ja: in Südkorea!

Jahrfünftelang predigten uns Hans-Werner Sinn und andere Rote-Laterne-Propheten jeden Tag die Ohren voll: Die Löhne in Deutschland sind viel zu hoch, sie müssen sinken, und die Arbeitszeiten müssen steigen, damit „wir“ (deutschen Aktionäre) auf dem Weltmarkt wieder konkurrenzfähig werden. Andernfalls wandert die gesamte Industrie nach Asien ab. Jetzt erklärte ein südkoreanischer Automanager: Die Arbeitskosten in Südkorea sind viel höher als in Europa. Löhne müssen sinken, um konkurrenzfähig zu bleiben? Ja: in Südkorea! weiterlesen

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Politik? Nein, Haus- und Grundbesitz verdirbt den Charakter

Im Buch kritisiere ich, anknüpfend an Axel Eggebrecht, das konservative Dogma „Politik verdirbt den Charakter“. In dieser Form ist es nicht mehr üblich, aber sinngemäß geistert es weiterhin durch zahllose öffentliche und private Debatten, etwa in der Form: „Politiker sind sowieso alle korrupt.“ Oder einfach in Form des gnadenlos schlechten Ansehens, dass der Berufsstand des Politikers besitzt. Eggebrecht widersprach dem Dogma um 1980, indem er einen Satz des österreichischen Politikers Julius Raab aufgriff: „Nicht Politik verdirbt den Charakter, sondern schlechte Charaktere verderben die Politik.“

Am ursprünglichen Dogma ist natürlich etwas dran, weil Politik mit Machtkämpfen verbunden ist… Politik? Nein, Haus- und Grundbesitz verdirbt den Charakter weiterlesen

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Stimmt nicht: „Jeder siebte deutsche Arbeitsplatz hängt von der Autoindustrie ab.“

So viele sind es wirklich: 2 %!
So viele sind es wirklich: 2 %!

Anlässlich der VW-Diesel-Krise musste das jahrzehntealte Zahlendogma der deutschen Betonköpfe wieder mal herhalten: „Jeder siebte deutsche Arbeitsplatz hängt direkt oder indirekt von der Autoindustrie ab“, behauptete Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel laut NDR am 22.9.2015,* ohne auch nur den Schatten eines Belegs für seine steile These beizubringen. Allerdings fragte ihn bis jetzt auch niemand nach einem Beleg, da alle Journalisten das Dogma eben seit Jahrzehnten kennen. Es ist jedoch eindeutig falsch. Stimmt nicht: „Jeder siebte deutsche Arbeitsplatz hängt von der Autoindustrie ab.“ weiterlesen

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„Konjunktur schadet der Wirtschaft.“

Abstruser geht’s nimmer: Die Tageszeitung Die Welt malte im April 2015 in einem Video einen „Senioren-Crash“ an die Wand, der angeblich deshalb bevorsteht, weil so viele Senioren ihr Geld nicht mehr sparen, sondern ausgeben. Im Film heißt es wörtlich: „Das ausgegebene Geld wird dem Markt entzogen.“ Bitte was? „Konjunktur schadet der Wirtschaft.“ weiterlesen

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Da wackeln die Betonköpfe! Dogmendämmerung in Köln, 15.9.2015

Distel im Rinnstein (Foto: Korff)
Distel im Rinnstein (Foto: Korff)

„Flughäfen sind Jobmaschinen.“ – „Wer hohe Managergehälter kritisiert, führt eine Neiddebatte.“ – „Kapital ist ein scheues Reh.“ – „Frauen sind Heulsusen.“ – „Männer denken immer nur an Sex.“ – „Menschen sind von Natur aus Egoisten.“ – „Viel hilft viel.“ – „Wer etwas kritisiert, soll es erst mal selber besser machen.“  – Haben Sie sich auch schon mal über einen solchen dummen Spruch geärgert? Wer in solchen Situationen elegant widersprechen kann, ist klar im Vorteil. Dabei hilft neuerdings ein Buch, und der Autor Jens Jürgen Korff kommt am 15.9.2015 nach Köln. Da wackeln die Betonköpfe! Dogmendämmerung in Köln, 15.9.2015 weiterlesen

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„Fahrradfahren ist inkonsequent.“

Unter diesem etwas kryptischen Spruch kritisiere ich Äußerungen, die routinemäßig alle Bemühungen abwerten, im eigenen Alltagsverhalten die Umwelt zu schützen oder sonst etwas Gutes für die Welt zu tun. Ob du mit dem Fahrrad zur Arbeit fährst, mit der Bahn in den Urlaub, Bioprodukte kaufst, Ökostrom beziehst, fair produzierte Kleidung trägst oder gar Mitglied einer Umwelt-Organisation bist – das ist, so sagen sie, alles komplett sinnlos, weil inkonsequent, und außerdem ist das mit Bio und fair usw. sowieso alles gelogen. Hier ein aktuelles Beispiel: „Fahrradfahren ist inkonsequent.“ weiterlesen

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„Ökos arbeiten sorgenfrei im öffentlichen Dienst.“

Gegner des Naturschutzes arbeiten gerne mit der Unterstellung, dass alle, die sich zum Beispiel für den Erhalt eines alten Waldes mit Specht- und Fledermaushöhlen einsetzen, im öffentlichen Dienst arbeiten müssen, als städtische Beamte oder als Lehrer. Denn wenn sie in der freien Wirtschaft arbeiten und sich Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen müssten, dann würden sie natürlich stets dem Interesse eines Unternehmens Vorrang geben gegenüber dem Interesse der Menschheit am Erhalt eines Naturerbes. „Ökos arbeiten sorgenfrei im öffentlichen Dienst.“ weiterlesen

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Griechenland: „Ohne Schmerzen keine Heilung.“

„Auf den Rausch folgt der Kater, auf die Sünde die Kasteiung.“ „Bei knapper Kasse wird gespart.“ „Staaten, die über die Stränge gehauen haben, müssen eisern sparen.“ «Wir können Wohlstand nicht durch Verschwendung herstellen.» «Ohne Schmerzen wird niemand gesund.» Mit Basta-Dogmen wie diesen rechtfertigen Wolfgang Schäuble und andere die Rosskur, die sie Griechenland aufzwingen wollen. Constantin Seibt erinnerte am 2.7.2015 im Tages-Anzeiger (Zürich) daran, dass so schon Herbert Hoover und Heinrich Brüning in den 1930er Jahren ihre Katastrophenpolitik gerechtfertigt haben. Austerität ist, so Seibt, die gefährlichste Idee Europas. Griechenland: „Ohne Schmerzen keine Heilung.“ weiterlesen

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„Geld kann man nicht essen.“

Meine Kritik an der sog. Weissagung der Cree („Erst wenn der letzte Baum gerodet ist usw., werdet ihr erkennen, dass man Geld nicht essen kann“) endet mit dem Antidogma (gekürzt): Wenn das 99. Untergangsszenario sich lächerlich gemacht … hat, dann werden viele Propheten einsehen, dass man die meisten Menschen viel besser mit einem gelungenen Beispiel überzeugt.  Eine schöne Bestätigung meiner These hat der Managerberater Rainer Herlt im Juni 2015 in business-wissen.de ausformuliert. „Geld kann man nicht essen.“ weiterlesen

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Das Ende der Dogmatiker – jetzt miterleben in Bielefeld! Lesung Di 7.7.2015

Der Autor liest aus seinem Buch „Die dümmsten Sprüche in Politik, Kultur und Wirtschaft – und wie Sie gepflegt widersprechen“ und zettelt mit großer Sicherheit spannende Diskussionen im Publikum an. Da wackeln die Dogmen der Betonköpfe, Basta-Dogmatiker gehen zum Neu-Überdenken in den Garten und Dünkeldogmen purzeln vom hohen Ross herunter.

Dienstag, 7. Juli 2015, 20 Uhr in der Buchhandlung Mondo, Elsa-Brändström-Str. 23 (Ecke Arndtstraße), Bielefeld. Eintritt frei, Austritt erwünscht!

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