Wer ist schuld am Billigfleisch?

Der Lemgoer Umweltschützer Willi Hennebrüder antwortete im Februar 2019 in einem Interview zum Tierwohl-Label auf die Frage: Dies würde aber den Preis für Fleisch erheblich erhöhen?
„Da sind wir beim entscheidenden Punkt. So lange Verbraucher Fleisch für sich selbst, aber auch für die lieben Hunde und Katzen möglichst billig einkaufen wollen, sind die Tierhalter als schwächstes Glied in der Kette gezwungen, sich dem Preiskampf zu stellen. Ein Tierwohllabel wird an dieser Situation kaum etwas ändern.“
Das ist die falsche Frontstellung, meines Erachtens. Es ist unlogisch, den Verbrauchern vorzuwerfen, dass sie auf niedrige Preise achten, und allen anderen Wirtschaftsakteuren nicht. Wer ist schuld am Billigfleisch? weiterlesen

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War Macrons Vorstoß zum Regenwald kolonialistisch? Nein, wenn…

…ähnliche Vorstöße auch umgekehrt möglich sind, von Lateinamerika nach Europa. Emmanuel Macron hatte zum brennenden brasilianischen Regenwald spontan gesagt: „Unser Haus brennt!“ Er hat als französischer Staatspräsident ein Wir benutzt, das die ganze Menschheit umfasst; ein Appell, den wir sonst vor allem von internationalen Umwelt­organisationen kennen. Sein brasilianischer Widersacher Jair Bolsonaro empörte sich wie einst Erich Honecker über eine „Einmischung in innere Angelegen­heiten Brasiliens“. Vielleicht zurecht?

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Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt? Wer ist »Wir«?

Dieses Duckmäuserdogma findet sich zum Beispiel in einer Rede des CDU-Politikers Friedrich Merz im November 2009 und in einer Rede der Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem CDU-Parteitag 2008. In meiner Kritik im Buch habe ich vor allem den manipulativen Gebrauch des Personalpronomens »Wir« kritisiert:

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Flüchtlinge: Müssen wir deshalb neue Häuser bauen?

In Bielefeld und anderswo machen die Bauämter Druck: Wir brauchen jede Menge Neubaugebiete, um die ganzen Flüchtlinge unterzubringen. Der Architekturkritiker Daniel Fuhrhop ist anderer Ansicht. In seinem Buch „Willkommensstadt“ zeigt er auf, wie wir die Immigranten nutzen können, um vorhandene Bauten und Infrastrukturen besser auszunutzen.

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Welchen Sinn die Randale in Hamburg hatte – und welche Konsequenzen wir, die pazifistischen Linken, daraus ziehen müssen.

Katja Kipping und andere Linke beklagten sich über die »sinnentleerte Gewalt in Hamburg«. Einige der militanten „Linksradikalen“, die dort den Bürgerkrieg geprobt haben, waren militärisch so gut organisiert, dass die Polizei keine Chance hatte, sie zu stoppen. Details darüber bringt die Reportage »Der Mob« in der »Zeit« vom 15.7.2017. Zugleich ist festzustellen, dass die Botschaften der friedlichen Demonstranten zum G20 in den Medien und sogar in den Diskussionen, die „wir Linken“ jetzt führen, praktisch untergegangen sind. Es ist an der Zeit, an dieser Stelle 1 und 1 zusammenzuzählen: Genau das war offenbar der Sinn der Attacken auf Altona und das Schanzenviertel. Welchen Sinn die Randale in Hamburg hatte – und welche Konsequenzen wir, die pazifistischen Linken, daraus ziehen müssen. weiterlesen

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Randalierer sind Kämpfer? Randalierer sind eine Plage der Menschheit.

Was sind das für Leute, die sich „Autonome“ oder „Anarchisten“ oder „Antikapitalisten“ nennen und Bahnstrecken zerstören, Supermärkte, Friseurläden und beliebige Autos in einem Hamburger Kiez zerstören? Der Kommentator „Lou“ im linksradikalen Magazin Indymedia findet erstaunlich differenzierte Worte darüber. Mir selber fällt da eher Polemisches ein.  Randalierer sind Kämpfer? Randalierer sind eine Plage der Menschheit. weiterlesen

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Geht es auch ohne Kapitalismus?

Der Journalist Markus Reiter hat in einem interessanten Essay im „Publik-Forum“ vom 24.2.2017 argumentiert, dass die Menschheit ohne Kapitalismus nicht leben könne: Nur der Kapitalismus könne die den Menschen angeborene Gier in produktive Bahnen lenken. Ich widerspreche: Der Kapitalismus war nicht immer schon da. Er ist eine Phase, in der der Mensch weit unter seinen Möglichkeiten bleibt. Geht es auch ohne Kapitalismus? weiterlesen

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Haben die Linken versagt? Steht eine Revolution vor der Tür, und wir haben’s nicht gemerkt?

Nils Markwardt fragte im August 2016 im »Freitag«: »Wo bleibt der Stolz? Wenn die Linken die „kleinen Leute“ noch erreichen wollen, müssen sie ihre Sprache ändern« (Nr. 32, 11.8.2016). Unter Berufung auf Didier Eribons Buch »Rückkehr nach Reims« und Daniele Gigliolis Buch »Die Opferfalle« führt er aus, dass Rechtspopulisten und Faschisten (Donald Trump, Front National, AfD) den Linken vor allem in der klassischen Arbeiterklasse, bei den Industriearbeitern, den Rang ablaufen, weil sie ihnen positive Identifikationsangebote machen, das „völkische Phantasma“, und dabei an ein traditionelles Klassenbewusstsein anknüpfen, das die Linken längst aufgegeben haben. Allerdings sehe ich die potenziell revolutionäre Klasse woanders als Markwardt und Eribon. Haben die Linken versagt? Steht eine Revolution vor der Tür, und wir haben’s nicht gemerkt? weiterlesen

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„Die dummen Verbraucher sind schuld.“ Einspruch, Hohes Gericht!

Ob Tierquälerei in der Landwirtschaft, ob Kinderarbeit bei der Textilproduktion oder Ausbeutung bei Amazon, ob Klimawandel oder Meeresverschmutzung – an allem diesem Unheil soll ja immer einer schuld sein: der Verbraucher. Die Vertreter dieses Dünkeldogmas ignorieren, dass unterschiedliche Menschen auch da, wo es um Verantwortung geht, unterschiedliche Prioritäten setzen. Außerdem ignorieren sie die Rolle des Staates, der Demokratie. „Die dummen Verbraucher sind schuld.“ Einspruch, Hohes Gericht! weiterlesen

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Die Abgründe der Geht-nicht-gibt’s-nicht-Kultur

Der VW-Diesel-Skandal ist offenbar ein Musterbeispiel dafür, wie das Dogma und die Haltung „Geht nicht gibt’s nicht“ einen Konzern ins Verderben führen kann. Und nicht nur einen Konzern; sondern auch, was gerne vergessen wird, die ganze Gesellschaft. Die Grenzwerte für Stickoxide, die die VWs in Usa und Europa drastisch überschritten haben, sind ja keine Erfindung fanatischer Umweltschutz-Bürokraten, sondern sie kommen daher, dass Stickoxide gesundheitsschädlich sind. Die VW-Dieselautos gefährden also die Gesundheit von Millionen Menschen. Inzwischen problematisieren Unternehmensberater eine Form von Realitätsverlust bei Top-Managern, die Betrugsfälle wie bei VW provoziert.  Die Abgründe der Geht-nicht-gibt’s-nicht-Kultur weiterlesen

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