Welchen Sinn die Randale in Hamburg hatte – und welche Konsequenzen wir, die pazifistischen Linken, daraus ziehen müssen.

Katja Kipping und andere Linke beklagten sich über die »sinnentleerte Gewalt in Hamburg«. Einige der militanten „Linksradikalen“, die dort den Bürgerkrieg geprobt haben, waren militärisch so gut organisiert, dass die Polizei keine Chance hatte, sie zu stoppen. Details darüber bringt die Reportage »Der Mob« in der »Zeit« vom 15.7.2017. Zugleich ist festzustellen, dass die Botschaften der friedlichen Demonstranten zum G20 in den Medien und sogar in den Diskussionen, die „wir Linken“ jetzt führen, praktisch untergegangen sind. Es ist an der Zeit, an dieser Stelle 1 und 1 zusammenzuzählen: Genau das war offenbar der Sinn der Attacken auf Altona und das Schanzenviertel. Welchen Sinn die Randale in Hamburg hatte – und welche Konsequenzen wir, die pazifistischen Linken, daraus ziehen müssen. weiterlesen

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Randalierer sind Kämpfer? Randalierer sind eine Plage der Menschheit.

Was sind das für Leute, die sich „Autonome“ oder „Anarchisten“ oder „Antikapitalisten“ nennen und Bahnstrecken zerstören, Supermärkte, Friseurläden und beliebige Autos in einem Hamburger Kiez zerstören? Der Kommentator „Lou“ im linksradikalen Magazin Indymedia findet erstaunlich differenzierte Worte darüber. Mir selber fällt da eher Polemisches ein.  Randalierer sind Kämpfer? Randalierer sind eine Plage der Menschheit. weiterlesen

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Geht es auch ohne Kapitalismus?

Der Journalist Markus Reiter hat in einem interessanten Essay im „Publik-Forum“ vom 24.2.2017 argumentiert, dass die Menschheit ohne Kapitalismus nicht leben könne: Nur der Kapitalismus könne die den Menschen angeborene Gier in produktive Bahnen lenken. Ich widerspreche: Der Kapitalismus war nicht immer schon da. Er ist eine Phase, in der der Mensch weit unter seinen Möglichkeiten bleibt. Geht es auch ohne Kapitalismus? weiterlesen

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Haben die Linken versagt? Steht eine Revolution vor der Tür, und wir haben’s nicht gemerkt?

Nils Markwardt fragte im August 2016 im »Freitag«: »Wo bleibt der Stolz? Wenn die Linken die „kleinen Leute“ noch erreichen wollen, müssen sie ihre Sprache ändern« (Nr. 32, 11.8.2016). Unter Berufung auf Didier Eribons Buch »Rückkehr nach Reims« und Daniele Gigliolis Buch »Die Opferfalle« führt er aus, dass Rechtspopulisten und Faschisten (Donald Trump, Front National, AfD) den Linken vor allem in der klassischen Arbeiterklasse, bei den Industriearbeitern, den Rang ablaufen, weil sie ihnen positive Identifikationsangebote machen, das „völkische Phantasma“, und dabei an ein traditionelles Klassenbewusstsein anknüpfen, das die Linken längst aufgegeben haben. Allerdings sehe ich die potenziell revolutionäre Klasse woanders als Markwardt und Eribon. Haben die Linken versagt? Steht eine Revolution vor der Tür, und wir haben’s nicht gemerkt? weiterlesen

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„Die dummen Verbraucher sind schuld.“ Einspruch, Hohes Gericht!

Ob Tierquälerei in der Landwirtschaft, ob Kinderarbeit bei der Textilproduktion oder Ausbeutung bei Amazon, ob Klimawandel oder Meeresverschmutzung – an allem diesem Unheil soll ja immer einer schuld sein: der Verbraucher. Die Vertreter dieses Dünkeldogmas ignorieren, dass unterschiedliche Menschen auch da, wo es um Verantwortung geht, unterschiedliche Prioritäten setzen. Außerdem ignorieren sie die Rolle des Staates, der Demokratie. „Die dummen Verbraucher sind schuld.“ Einspruch, Hohes Gericht! weiterlesen

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Die Abgründe der Geht-nicht-gibt’s-nicht-Kultur

Der VW-Diesel-Skandal ist offenbar ein Musterbeispiel dafür, wie das Dogma und die Haltung „Geht nicht gibt’s nicht“ einen Konzern ins Verderben führen kann. Und nicht nur einen Konzern; sondern auch, was gerne vergessen wird, die ganze Gesellschaft. Die Grenzwerte für Stickoxide, die die VWs in Usa und Europa drastisch überschritten haben, sind ja keine Erfindung fanatischer Umweltschutz-Bürokraten, sondern sie kommen daher, dass Stickoxide gesundheitsschädlich sind. Die VW-Dieselautos gefährden also die Gesundheit von Millionen Menschen. Inzwischen problematisieren Unternehmensberater eine Form von Realitätsverlust bei Top-Managern, die Betrugsfälle wie bei VW provoziert.  Die Abgründe der Geht-nicht-gibt’s-nicht-Kultur weiterlesen

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„Konjunktur schadet der Wirtschaft.“

Abstruser geht’s nimmer: Die Tageszeitung Die Welt malte im April 2015 in einem Video einen „Senioren-Crash“ an die Wand, der angeblich deshalb bevorsteht, weil so viele Senioren ihr Geld nicht mehr sparen, sondern ausgeben. Im Film heißt es wörtlich: „Das ausgegebene Geld wird dem Markt entzogen.“ Bitte was? „Konjunktur schadet der Wirtschaft.“ weiterlesen

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„Fahrradfahren ist inkonsequent.“

Unter diesem etwas kryptischen Spruch kritisiere ich Äußerungen, die routinemäßig alle Bemühungen abwerten, im eigenen Alltagsverhalten die Umwelt zu schützen oder sonst etwas Gutes für die Welt zu tun. Ob du mit dem Fahrrad zur Arbeit fährst, mit der Bahn in den Urlaub, Bioprodukte kaufst, Ökostrom beziehst, fair produzierte Kleidung trägst oder gar Mitglied einer Umwelt-Organisation bist – das ist, so sagen sie, alles komplett sinnlos, weil inkonsequent, und außerdem ist das mit Bio und fair usw. sowieso alles gelogen. Hier ein aktuelles Beispiel: „Fahrradfahren ist inkonsequent.“ weiterlesen

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Griechenland: „Ohne Schmerzen keine Heilung.“

„Auf den Rausch folgt der Kater, auf die Sünde die Kasteiung.“ „Bei knapper Kasse wird gespart.“ „Staaten, die über die Stränge gehauen haben, müssen eisern sparen.“ «Wir können Wohlstand nicht durch Verschwendung herstellen.» «Ohne Schmerzen wird niemand gesund.» Mit Basta-Dogmen wie diesen rechtfertigen Wolfgang Schäuble und andere die Rosskur, die sie Griechenland aufzwingen wollen. Constantin Seibt erinnerte am 2.7.2015 im Tages-Anzeiger (Zürich) daran, dass so schon Herbert Hoover und Heinrich Brüning in den 1930er Jahren ihre Katastrophenpolitik gerechtfertigt haben. Austerität ist, so Seibt, die gefährlichste Idee Europas. Griechenland: „Ohne Schmerzen keine Heilung.“ weiterlesen

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